06.10.2010

Und immer wieder "Deutsch"!

Was bedeutet es für eine Person in einem Land zu leben ohne ausreichende Sprachkenntnisse desselben zu haben? Schwierigkeiten im Alltag, möglicherweise Unverständnis der sozialen Umgebung aber vor allem: Unsicherheit. Sind 77 € Strafe die richtige "Motivation" die deutsche Sprache - mitsamt einer Prüfung zum Schluss zu erlernen?
In der Tiroler Tagespresse wird dieser Fall gerade diskutiert. Eine 40-jährige Frau mit Zuwanderungseschichte aus der Türkei wurde von der BH Landeck zu dieser Summe verurteilt, weil sie bis dato die Integrationsvereinbarung (IV), quasi ein Leistungskatalog fürs "Integriertwerden", nicht erfüllt hat.

Ja, es kann passieren, dass Menschen sich mit dem Erlernen einer neuen Sprache schwer tun. Ja, es kann auch passieren, dass Menschen wiederholte Male durch eine Prüfung durchrasseln. Würde es irgendjemand in den Pressestuben und Landesparteizentralen interessieren, wenn ein 35-jähriger Osttiroler zum vierten Mal bei der Führerscheinprüfung durchgefallen ist? Ich denke nein.
Jetzt aber drücken die selbsternannten Ritter des Law&Order und die sich hinter einem nickname versteckenden RassistInnen wieder voll auf das kulturalistisch-rassistische Pedal: "Härtere Strafen", "Strafausmaß erhöhen". Nur wenig besonnene und mäßigende Stimmen sind zu hören.

Übrigens: heute morgen wurde ein Vater mit seinen beiden 8-jährigen Töchtern von der Wiener Fremdenpolizei in Schubhaft - einer "Haft ohne Delikt" genommen. Das Innenministerium meint zur Kritik, es würden keine Einzelfälle kommentiert.

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